Ratsvorsitzender und Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft übergeben Förderzusage. Nachahmer gesucht: Förderanträge für Dachbegrünung stellen.
Verena Umbach freut sich sehr über die Förderzusage – nun hat sie drei Jahre Zeit, die Dachbegrünung umzusetzen. Wenn das Garagendach begrünt ist, lädt sie ein Foto davon im Antragsportal hoch und bekommt im Anschluss den Zuschuss ausbezahlt.
„Viele begrünte Dächer erzielen zusammen die Wirkung für den klimarobusten Umbau von Städten, deshalb freuen wir uns über jeden einzelnen Gründach-Baustein und Antrag", sagte der Herner Oberbürgermeister und Ratsvorsitzende der Emschergenossenschaft, Dr. Frank Dudda, bei der Übergabe der Förderzusage.
Die erfolgt normalerweise per Nachricht über das Online-Förderportal (erreichbar über Gründach Förderung: 50 €/m² für Dachbegrünung), aber der EG-Ratsvorsitzende und Emschergenossenschafts-Vorstand Uli Paetzel haben sich dafür Zeit genommen, um auf die Bedeutung des Dachbegrüner-Programms für mehr Klimaresilienz von Wohnquartieren aufmerksam zu machen und dafür zu werben, Förderanträge zu stellen.
„Als Eigentümerin von öffentlichen Flächen und Gebäuden können wir selbst und auch die Kommunen mit gutem Beispiel vorangehen und Schwammstadt-Maßnahmen umsetzen, aber das allein reicht nicht", appellierte Uli Paetzel, „die vielen privaten Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer – Hausbesitzer und Unternehmen – in unserer Region müssen mitmachen." Dachbegrünungen sind ein Baustein für Klimaanpassung, sie funktionieren wie eine natürliche Klimaanlage, sorgen für bessere Luft und mehr Artenvielfalt, sparen Energie und schützen das Dach.
Geeignete Pflanzen fürs Dach
Für die extensive Dachbegrünung sind Pflanzen ideal, die robust, pflegeleicht und winterhart sind. Sie sollten mehrjährig sein und ohne zusätzliche Bewässerung auskommen. Beispiele für geeignete Pflanzenarten sind Sedum, auch bekannt als Mauerpfeffer oder Fetthenne, die sich durch ihre Fähigkeit auszeichnen, Wasser in ihren Blättern zu speichern und so Trockenphasen leichter überdauern. Möglich sind aber auch Gräser, Kräuter, kleine Stauden und Blühpflanzen wie das Habichtskraut, das Katzenpfötchen, der gewöhnliche Wundklee, Schnittlauch, Glockenblume oder Silbergras. Die Pflanzen können über Samenmischungen ausgebracht werden, wer schneller ein Ergebnis sehen will, setzt vorgezogene Pflanzen ein oder fertig bepflanzte Pflanzenteppiche oder Vegetationsmatten. Sie werden wie Rollrasen auf der Aufbauschicht ausgelegt. Weitere Infos zur Pflanzenauswahl und zur Pflege finden sich auch hier: Pflanzenauswahl für extensive und intensive Dachbegrünung
Verena Umbach setzt die Dachbegrünung in Eigenarbeit um – dann reicht die Förderung für den Kauf von Material und Pflanzen fast aus. Eine Anleitung für eine extensive Dachbegrünung bietet das Klima.Werk ebenfalls (Bauanleitung: Extensive Dachbegrünung). Wer eine Firma beauftragt, muss die Förderung aus der eigenen Tasche aufstocken.
Voraussetzungen, Förderanträge, Webseite
Die Förderung aus dem „10.000 Grüne Dächer“-Programm richtet sich an private und gewerbliche Eigentümer*innen: 50 Euro pro Quadratmeter Dachbegrünung erhalten förderberechtigte Antragsteller*innen für maximal 200 Quadratmeter Fläche, also bis zu 10.000 Euro. Achtung: Erst die Förderzusage abwarten und dann loslegen mit der Dachbegrünung!
Alle Informationen zur Förderung und zu den Voraussetzungen finden sich auf Gründach Förderung: 50 €/m² für Dachbegrünung, über diese Webseite ist auch das Online-Förderportal für die Antragstellung zu erreichen. Hier sehen Interessierte auch, ob ihre Adresse im Fördergebiet liegt (Einzugsgebiete von Emschergenossenschaft und Lippeverband).
Ab einer Förderzusage haben Eigentümer*innen drei Jahre Zeit, die Dachbegrünung umzusetzen. Fristen bei der Beantragung der Förderung gibt es nicht, die digitale Antragstellung ist jederzeit möglich.
Wer mehr als 200 Quadratmeter Dachfläche begrünen will, kann ebenfalls einen Zuschuss erhalten, dann bitte eine Anfrage dazu an hallo@klima-werk.de schreiben.
Die Zukunftsinitiative Klima.Werk
In der Zukunftsinitiative Klima.Werk arbeiten Emschergenossenschaft und Lippeverband gemeinsam mit Städten der Emscher-Lippe-Region an einer wasserbewussten Stadt- und Raumentwicklung, um die Folgen des Klimawandels abzumildern und die Lebensqualität in den Quartieren zu steigern. Der blau-grüne Umbau startete 2005 mit der Zukunftsvereinbarung Regenwasser (ZVR) von Emschergenossenschaft, Emscher-Kommunen und dem Land NRW und entwickelte sich 2014 zur Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ weiter, jetzt Zukunftsinitiative Klima.Werk.
Emschergenossenschaft
Am 14. Dezember 1899 als erster deutscher Wasserwirtschaftsverband gegründet, ist die Emschergenossenschaft heute gemeinsam mit dem 1926 gegründeten Lippeverband Deutschlands größter Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Unternehmens sind die Abwasserentsorgung, der Hochwasserschutz sowie die Klimafolgenanpassung. Ihr bekanntestes Projekt ist der Emscher-Umbau (1992-2021), bei dem die Emschergenossenschaft im Herzen des Ruhrgebietes eine moderne Abwasserinfrastruktur baute. Dafür wurden 436 Kilometer an neuen unterirdischen Abwasserkanälen verlegt und vier Großkläranlagen gebaut. Rund 340 Kilometer an Gewässern werden insgesamt renaturiert. Parallel entstanden in enger Kooperation mit den kommunalen Partnern über 360 Kilometer an Rad- und Fußwegen, die das neue blaugrüne Leben an der Emscher und ihren Nebenläufen erleb- und erfahrbar machen. www.eglv.de
EMSCHERGENOSSENSCHAFT UND LIPPEVERBAND
Kronprinzenstr. 24
45128 Essen
www.eglv.de