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Profis für Stabilität und Sicherheit
Thorsten Rattmann, Geschäftsführer der Hertener Stadtwerke (Foto Mitte). Patrick Scheffner, (Foto links) Vertriebsleiter bei den Hertener Stadtwerken. Kevin Koschick  (Foto rechts) aus der Abteilung Energiehandel.Foto: Hertener Stadtwerke/ Mucha

Profis für Stabilität und Sicherheit

Lesedauer: ca. 3 Min. | Text: RDN Verlag

Die Einkaufspreise für Strom und Erdgas sind in den vergangenen Monaten explodiert. Trotzdem wird niemand im Dunkeln oder in der Kälte sitzen, so die Experten der Hertener Stadtwerke und Geschäftsführer Thorsten Rattmann.

Die Preisgestaltung für Strom und Erdgas orientiert sich an den Beschaffungskosten auf den internationalen Energiemärkten. Dabei sind verschiedene Faktoren wichtig: „Von den Rohstoffen bis hin zu den Börsenpreisen, die sich bewegen“, sagt Patrick Scheffner, (Foto links) Vertriebsleiter bei den Hertener Stadtwerken. Er und Kevin Koschick  (Foto rechts) aus der Abteilung Energiehandel kennen den Markt und die Strategien, um die benötigte Energie günstig und wettbewerbsgerecht für ihre Kundinnen und Kunden einzukaufen.

Erdgasversorgung sicher

Viele Menschen sind verunsichert, ob die Erdgasversorgung in Herten eingeschränkt werden könnte, wenn die Zufuhr von Erdgas aus Russland reduziert wird. Thorsten Rattmann, Geschäftsführer der Hertener Stadtwerke (Foto Mitte), kann diese Sorge nehmen: „In der Energiewirtschaft gehen wir aktuell davon aus, dass die derzeitig erforderlichen Mengen unabhängig von Lieferungen aus Russland erfüllt werden können“, sagt der Stadtwerke-Geschäftsführer. Da die Heizperiode zum Ende des Frühjahrs ausläuft, rechnen die Hertener Stadtwerke nicht mit Einschränkungen beider Erdgasversorgung der Haushalte. Und mehr als 25.000 Haushalte werden in Herten mit umweltfreundlicher Fernwärme versorgt, die aus der Abfallverbrennung im RZR Herten gewonnen wird – einer absolut zuverlässigen Quelle.

Gestiegene Nachfrage

Die Energiepreise waren schon vor dem Krieg massiv gestiegen, als die Weltwirtschaft nach dem Abklingen der Corona-Pandemie wieder ansprang und die Energienachfrage sprunghaft wuchs. In dieser schwierigen Marktsituation zogen sich viele Billiganbieter plötzlich aus dem Geschäft zurück; manche stellten die Strom- und Erdgaslieferungen an ihr Kundinnen und Kunden sogar ohne Ankündigung ein. Die Hertener Stadtwerke als lokaler Grundversorger haben diese Menschen aufgefangen. Allerdings mussten so plötzlich deutlich mehr Haushalte mit Energie versorgt werden als zuvor durch die Experten geplant.

„Mit der Masse an Menschen, die in die Grundversorgung gefallen sind, hatte niemand rechnen können“, erklärt Vertriebsleiter Patrick Scheffner. Kurzfristig mussten die Hertener Stadtwerke Energie zu den aktuellen, meist viel höheren Marktpreisen einkaufen. Das bedeutet, dass Neukunden, die in die Grundversorgung gefallen sind, kurzfristig höhere Preise zahlen müssen als Stammkunden. „Für unseren Kundenstamm kalkulieren wir den Bedarf sorgfältig und kaufen mit langfristigen Beschaffungsstrategien ein“, ergänzt Kevin Koschick. Ohne das Preissplitting hätten die Stammkunden die Mehrkosten durch die Neukunden auffangen müssen.


Der positive Effekt: Obwohl sich die Strompreise im internationalen Großhandel innerhalb eines Jahre mehr als vervierfacht haben, stiegen die Preise für die Stammkunden der Hertener Stadtwerke bisher nur moderat: Trotz erheblicher Mehrkosten in der Beschaffung konnten die Stadtwerke ihre Strompreise bis ins erste Quartal 2022 stabil halten, erst seit April ist der Preis für einen Durchschnittshaushalt in der Grundversorgung beispielsweise um rund 9 Prozent gestiegen. „Damit zählen
wir immer noch zu den günstigen Anbietern in der Region“, erklärt Scheffner.

Krieg in der Ukraine

Wie die zukünftige Preisgestaltung aussieht, hängt nicht nur vom Markt, sondern auch von der weiteren Entwicklung des Kriegs in der Ukraine ab – denn Russland ist ein wichtiger Exporteur für Steinkohle und Erdgas. Im Interesse unserer Kunden hoffen wir auf eine Entspannung der Marktlage. Grundsätzlich können in einer vernetzten Energiewirtschaft zwar auch andere Bezugsquellen genutzt werden, um die Kraftwerke zu befeuern. Aber jede Veränderungen in der Brennstoff- Logistik dürfte zu einer Erhöhung der Preise führen.

Die Hertener Stadtwerke geben als kommunales Unternehmen Preisvorteile aufgrund ihrer langfristig orientierten Einkaufspolitik stets an die Haushalte weiter. Aber auch dieser Vorkauf endet bei anhaltend hohen Preisen und muss zu Anpassungen führen, erläutert Thorsten Rattmann: „Auf die Zuspitzung der Ereignisse in der Ukraine haben die Märkte unmittelbar mit steigenden Preisen reagiert. Im Interesse unserer Kunden hoffen wir auf eine Entspannung der Marktlage, um die Energie auch mittelfristig bezahlbar liefern zu können“, sagt der Geschäftsführer der Hertener Stadtwerke. Darüber hinaus hoffen die Stadtwerke wie die gesamte Energiewirtschaft darauf, dass der Gesetzgeber möglichst bald Entlastungen bei Steuern und Umlagen beschließt, um die Preissteigerungen für Strom- und Erdgaskunden in einem sozial verträglichen Rahmen zu halten. „Energie muss bezahlbar bleiben – denn eine warme und helle Wohnung ist ein Grundrecht“, sagt Thorsten Rattmann.

Info Hertener Stadtwerke
Hertener Stadtwerke

Herner Straße 21
45699 Herten

hertener-stadtwerke.de

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