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Zu trocken trotz Regen
© Meike Beste/EGLV

Zu trocken trotz Regen

Lesedauer: ca. 3 Min. | Text: _Redaktion _RDN

Das Wasserwirtschaftsjahr 2026 fiel in der Emscher-Lippe-Region erneut deutlich zu trocken aus. Eingefügtes Markdown(6)

EDer vergangene Oktober 2026 beendet die bereits seit Juni andauernde Phase viel zu trockener Monate. Die Gebietsmittel liegen deutlich über den 130-jährigen Mitteln. Die Auswertungen der Niederschlagsbilanz von Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) belegen zugleich jedoch auch, dass das sogenannte Wasserwirtschaftsjahr 2026 (November 2025 bis Oktober 2026) erneut zu trocken ausfiel.


Bilanz für den Oktober 2026


Im Emscher-Gebiet lag das Gebietsmittel für den Oktober bei 106,0 mm (130-jähriges Mittel = 65 mm; ein Millimeter entspricht einem Liter pro Quadratmeter). Im Lippe-Gebiet lag das Gebietsmittel für den Oktober bei 91,2 mm (130-jähriges Mittel = 62 mm).
Die Monats-Niederschlagsmengen lagen im EGLV-Gebiet zwischen 72,0 mm an der Niederschlagsstation Hamm-Hafenamt (Lippe-Gebiet) und 127,1 mm an der Station am Regenüberlaufbecken der Emschergenossenschaft am Frohnhauser Weg in Mülheim an der Ruhr (Emscher-Gebiet).
Der höchste Tagesniederschlag im Oktober fiel am 7. Oktober 2026: An diesem Tag zeichnete die Station am Frohnhauser Weg in Mülheim an der Ruhr eine Tagessumme von 36,1 mm auf. Zu Beginn und zum Ende des Oktobers gab es dagegen mehrtägige Trockenphasen.


Wasserwirtschaftsjahr 2026


Das Wasserwirtschaftsjahr 2026 (November 2025 – Oktober 2026) war in den Verbandsgebieten von Emschergenossenschaft und Lippeverband im Vergleich zum langjährigen Mittel (Zeitraum 1891 bis 2020) erneut viel zu trocken. Nach den außergewöhnlich niederschlagsreichen Wasserwirtschaftsjahren 2023 und 2024 waren somit zwei Wasserwirtschaftsjahre mit wenig Niederschlag zu verzeichnen. Dabei lag bereits über das Winterhalbjahr ein Niederschlagsdefizit vor. Im langjährigen Vergleich deutlich zu trocken waren insbesondere die Monate November, Dezember und April.
Ausgesprochen niederschlagsarm waren auch die Sommermonate Juni, Juli und August. Im Juni kam es zu einer intensiven und im Jahresverlauf außergewöhnlich frühen Hitzeperiode mit Tagesmaximaltemperaturen von über 38 Grad Celsius. Zugleich begann eine rund acht Wochen andauernde Trockenphase. Die überdurchschnittlichen Niederschläge in den Monaten Mai und Oktober verringerten das Niederschlagsdefizit des Sommerhalbjahres nur geringfügig.


Das Wasserwirtschaftsjahr im Emscher-Gebiet


In Summe fielen im Wasserwirtschaftsjahr im Emscher-Gebiet 637 mm Niederschlag. Dies entspricht 80 Prozent des langjährigen Mittels (799 mm). Das Wasserwirtschaftsjahr 2026 liegt damit auf Rang 11 der trockensten Wasserwirtschaftsjahre seit 1931. Im Winterhalbjahr fielen 290 mm und damit lediglich 78 Prozent der langjährigen mittleren Niederschlagssumme (373 mm). Über das Sommerhalbjahr fielen in Summe 347 mm Niederschlag. Dies entspricht 81 Prozent des langjährigen Mittels (426 mm).


Das Wasserwirtschaftsjahr im Lippe-Gebiet


In Summe fielen im Wasserwirtschaftsjahr im Lippe-Gebiet 628 mm Niederschlag. Dies entspricht 82 Prozent des langjährigen Mittels (766 mm). Das Wasserwirtschaftsjahr 2026 liegt damit auf Rang 16 der trockensten Wasserwirtschaftsjahre seit 1931. Im Winterhalbjahr fielen 269 mm und damit lediglich 76 Prozent der langjährigen mittleren Niederschlagssumme (354 mm). Über das Sommerhalbjahr fielen in Summe 359 mm Niederschlag. Dies entspricht 87 Prozent des langjährigen Mittels (412 mm).


Auswirkungen der Trockenheit


Trockenheit kann negative Folgen für Böden und Gewässer haben. In Flüssen und Bächen kann es durch die Gefahr von Niedrigwasserständen zu einer Reduzierung des Sauerstoffgehaltes kommen, was aquatische Lebewesen beeinträchtigen könnte. Eine Austrocknung von Böden kann wiederum zur Folge haben, dass diese bei plötzlich auftretendem Starkregen kein Wasser aufnehmen können, wodurch die Überflutungsgefahr steigt.

Die in diesem Wasserwirtschaftsjahr zu beobachtenden Entwicklungen und Tendenzen bekräftigen einmal mehr die Erfordernis, das Schwammstadt-Prinzip in der Region umzusetzen und die Städte und Kreise in der Emscher-Lippe-Region klimaresilient zu gestalten. Wenn es einmal regnet, dann sollte dieses Wasser nicht in der Schmutzwasserkanalisation landen, sondern vor Ort versickern oder in Gewässer abgeleitet werden. Auf diese Weise würden die Wasserkörper (Grundwasser, Flüsse und Bäche) und Böden gestärkt und an die Folgen des Klimawandels angepasst – sie wären künftig resilienter und weniger anfällig bei heißeren Temperaturen.
Zahlreiche Projekte für ein nachhaltiges Regenwassermanagement setzen Emschergenossenschaft und Lippeverband gemeinsam mit ihren Mitgliedskommunen unter dem Dach der Zukunftsinitiative Klima.Werk um. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.klima-werk.de.


Emschergenossenschaft und Lippeverband


Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) sind öffentlich-rechtliche Wasserwirtschaftsunternehmen, die als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip leben. Die Aufgaben der 1899 gegründeten Emschergenossenschaft sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz. Der 1926 gegründete Lippeverband bewirtschaftet das Flusseinzugsgebiet der Lippe im nördlichen Ruhrgebiet und baute unter anderem den Lippe-Zufluss Seseke naturnah um. Gemeinsam haben Emschergenossenschaft und Lippeverband rund 2.000 Beschäftigte und sind Deutschlands größter Abwasserentsorger und Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken (rund 782 Kilometer Wasserläufe, rund 1533 Kilometer Abwasserkanäle, mehr als 500 Pumpwerke und 57 Kläranlagen).

Info
Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV)

EMSCHERGENOSSENSCHAFT UND LIPPEVERBAND
Kronprinzenstr. 24
45128 Essen
www.eglv.de

 

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