Verantwortungsvoll handeln – für viele Firmen im Vest ist Nachhaltigkeit Programm. Vier Unternehmen wurden dafür mit dem Preis der Sparkasse Vest, von Radio Vest und dem Kreis Recklinghausen ausgezeichnet.
Vor ein paar Jahren noch riefen Glocken zum Gottesdienst, und es ertönte Gemeindegesang. Noch ein paar Monate, und es werden hier helles Lachen und Kinderlieder zu hören sein. Eine ehemalige Kirche in der Emscher-Lippe-Region bekommt neues Leben eingehaucht – eines der aktuellen Projekte der IproTon GmbH aus Waltrop. „Umgesetzt werden Räume für vier Kita-Gruppen auf zwei Etagen“, sagt Gründer Lucas Braecklein. „In zwei weiteren Etagen entstehen Wohnungen, unter anderem für kinderreiche Familien.“ Die IproTon hat sich auf die energetische Sanierung, Modernisierung und Umnutzung bestehender Bauten spezialisiert – mit einem Fokus auf Kirchentransformationen. Bestehende Strukturen umgestalten und dabei sowohl Ressourcen schonen sowie die lokale Gemeinschaft stärken – für diesen Ansatz wird das Unternehmen aus Waltrop in diesem Jahr bei der Ausschreibung „Vestische Pioniere“ mit einem Platz bedacht.
Von Kita über Seniorenwohnung bis hin zur Demenz-WG haben die Bauvorhaben der IproTon stets eine künftige sozialkaritative Nutzung im Blick. Lucas Braecklein liegt derzeit besonders die Umnutzung einer Kirche in Recklinghausen zum Schutzort für Betroffene häuslicher Gewalt am Herzen. Dieses Projekt entsteht in Kooperation mit der Frauenberatung und dem Frauenhaus Recklinghausen. Es wird unterstützt von der „Kirche lebt Zukunft Stiftung“. Die Initiative will das kulturelle Erbe dieser Gebäude bewahren und ihnen eine neue Bedeutung in der Gemeinschaft geben. Lucas Braecklein ist im Vorstand aktiv.
in Herten-Disteln durch die IproTon GmbH
entsteht nicht nur neuer Wohnraum.
Gründer Lucas Braecklein und Monika
Knappkötter geht es auch darum, einen
Teil des ehemaligen Gebäudes für weitere
Gemeindearbeit zu erhalten. Foto: Marco Stepniak
Inklusives Arbeitsumfeld
Beim Umbau von Bunkern oder Fabrikgebäuden setzt die IproTon ebenfalls auf nachhaltige Prinzipien, wie emissionsarme Materialien und die Wiederverwendung von Rohstoffen. Für ihre neue Nutzung werden die Gebäude barrierefrei angelegt. Mit Monika Knappkötter in der Geschäftsleitung handelt es sich bei der IproTon um ein frauengeführtes Unternehmen. „Auch mit mehr Frauen als Männern im Team setzen wir ein Beispiel für Gleichstellung im Bauwesen“, betont Lucas Braecklein. Im beruflichen Miteinander legt die Firma Wert auf ein inklusives Arbeitsumfeld: „Unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Einschränkungen ist jeder willkommen.“
Soziales Engagement
Eine weitere Preisträgerin, die Felco GmbH aus Recklinghausen, ist seit mehr als 40 Jahren im Anlagenbau tätig. „Das Unternehmen konzentriert sich besonders auf Projekte im Bereich erneuerbarer Energien“, sagt Geschäftsführer Hans-Jörg Außem, „mit unseren Industriekunden setzen wir auf deren Standorten Technologien zur Energie- und CO2-Minderung um.“ Am Standort Recklinghausen ist die Felco aktuell stark in Projekte rund ums Thema Wasserstoff eingebunden. Darüber hinaus engagiert sich das Unternehmen gesellschaftlich: „Unter anderem ermöglichen wir Quereinsteigern sowie Menschen aus dem zweiten Arbeitsmarkt den Einstieg ins Berufsleben.
begonnen, die Traditionsfirma ihrer Familie
durch eine neue, besonders nachhaltige
Linie zu ergänzen. Im Hintergrund sieht man
die frischen ungerösteten Kaffebohnen. Foto: Marco Stepniak
Klimaschutz im Fokus
Eine Auszeichnung geht in diesem Jahr an das junge Start-up Baboum Coffee. Die Marke ist Teil des Dorstener Traditionshauses Tempelmann und gleichzeitig ein eigenständiges Produkt. „Mit Baboum verfolgen wir UN Nachhaltigkeitsziele wie Gleichberechtigung und Klimaschutz“, erklärt Gründerin Sandra Bandura, Urenkelin des Firmengründers Hubert Tempelmann. Der Kaffee wird handgeröstet und in recyclebaren Verpackungen verkauft. Jede Sorte transportiert ein Kapitel aus der Familiengeschichte. Der Anspruch von Baboum Coffee: „Wir wollen Tasse für Tasse die Welt verändern!“
vestische-pioniere.de